Die Geschichte Guatemalas

Die Maya – die “Griechen Amerikas”
Eine erste Blüte erreicht die Kultur in der Region des heutigen Guatemalas mit den Maya. Um das Jahr 900 entstehen große und bedeutende Bauten, die teilweise erst heute mühsam wieder freigelegt werden. Spektakulär und berühmt sind die baulichen Überreste der Tempelanlagen von Tikal. Im Norden Guatemalas, im  Petén, ragen sie aus dem dichten Regenwald hervor. Die Maya besaßen ein hochentwickeltes Schriftsystem, kannten sich in Mathematik und Astronomie aus und entwickelten einen eigenen Kalender. Wegen dieser Kenntnisse und Fertigkeiten wird das Maya-Volk mit Griechenland verglichen – man nennt die Maya die “Griechen Amerikas”.

Im Griff der Spanier – die Conquista
1524 erobert Pedro de Alvarado das Gebiet des heutigen Guatemalas für Spanien. Spanische Einwanderer teilen das Land untereinander auf und versklaven die einheimische Bevölkerung zur Arbeit auf ihren Plantagen. 1820 wollen die Guatemalteken mit einem Aufstand die Unabhängigkeit von Spanien erreichen. Doch dieser Versuch wird blutig niedergeschlagen. Ein Jahr später erklärt Guatemala seine Unabhängigkeit von Spanien und schließt sich dem neuen Kaiserreich Mexiko an. Nach einem Intermezzo in der Zentralamerikanischen Konföderation wird Guatemala 1839 souverän.

Diktaturen und imperiale Interessen
Immer wieder schwingen sich seit der Unabhängigkeit Diktatoren zu den Herrschern des Landes auf. 1954 unterstützt der amerikanische Geheimdienst CIA den Sturz der sozialreformerischen Regierung Arbenz. Die Söldnerinvasion verhindert so auch die angestrebte Landreform, die gegen die Interessen der USA – insbesondere der United Fruit Company (UFCo) – läuft. Die UFCo ist nicht nur eine riesige amerikanische Obsthandelsfirma, sondern kontrolliert zudem einen Großteil der guatemaltekischen Exportwirtschaft.

Verbrannte Erde im fast endlosen Krieg
Bis 1985 regieren nahezu ausschließlich Militärs das Land. Etwa ab 1962 gibt es vermehrt Aktivitäten linksgerichteter Guerillabewegungen. Ebenso wie andere Oppositionsgruppen werden sie von der Regierung bekämpft. Große Teile der Landbevölkerung unterstützen die Guerilla. Für die Regierungstruppen Anlass genug, Dörfer vollständig niederzubrennen und die Einwohner zu ermorden. Die Folgen dieser als “Politik der verbrannten Erde” bezeichneten Verbrechen sind heute noch in Guatemala spürbar. Seit 1986 gibt es in Guatemala demokratisch gewählte zivile Regierungen, die mit den Guerillas Verhandlungen über einen Friedensschluss führen.

Endlich Frieden? Hoffnung kommt auf
1996 ist es schließlich soweit: Vertreter beider Seiten unterzeichnen den “Paz Firme y Duradera”, den Vertrag über “starken und dauerhaften Frieden”. Bis dahin sind in 36 Jahren Krieg Tausende Menschen ums Leben gekommen. Das Schicksal vieler ist bis heute nicht aufgeklärt. Viele Teile des Friedensabkommens warten heute immer noch auf Umsetzung, nach wie vor ist vor allem die indigene Landbevölkerung stark benachteiligt.

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