Politik und Wirtschaft in Guatemala

Endlich Frieden!?
Mit dem Friedensabkommen vom 29.12.1996, das den jahrzehntelangen Bürgerkrieg offiziell beendete, waren viele Hoffnungen verbunden. Doch die Hoffnungen auf ein neues Guatemala, in dem Sicherheit, Gerechtigkeit und wirtschaftliches Wachstum herrschen, haben sich bisher kaum erfüllt. Missmanagement und Korruption, nicht eingelöste Wahlversprechen und eine explosionsartige Zunahme der Gewalt machen die Lage schwierig. Das Militär und Drogenbarone vereinen einen Großteil der Macht auf sich.

Präsident ist zentrale Figur
Guatemala ist eine präsidiale Republik. Der Präsident, für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt, ist damit gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef. Dem Kongress gehören zurzeit 158 Abgeordnete an. Die Vielzahl der Parteien ist groß, immer wieder gibt es Neugründungen. Wichtige Parteien sind die sozialdemokratisch ausgerichtete Nationale Einheit der Hoffnung (UNE), die Patriotische Partei (PP) sowie die Große Nationale Allianz (GANA).

Die Präsidentschaftswahlen Ende 2007 gewann mit Álvaro Colom der Kandidat der UNE. Er kündigte an, die Maya-Nachfahren stärker an den politischen Entscheidungen zu beteiligen, für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit zu sorgen und entschlossen gegen die Kriminalität vorzugehen.

Wirtschaft
Guatemala ist nach Haiti das ärmste Land Amerikas. Die Wirtschaft Guatemalas ist immer noch stark abhängig von ausländischen Investitions- und Aufbauprogrammen. Wirbelstürme, stark schwankende Kaffeepreise und Dürreperioden sorgen immer wieder für Krisen. Rund 2% der Bevölkerung gehören 60% der Fläche. Gerade in den ländlichen Gegenden leben die Menschen häufig nur von dem, was sie auf ihren eigenen Feldern anbauen können. 50% der Bevölkerung werden als arm eingestuft, 15 % gelten als extrem arm. Der Strom der Guatemalteken, die als illegale Einwanderer eine Zukunft in Nordamerika suchen, reißt nicht ab. Zahlreiche Familien erhalten Zuwendungen von Angerhörigen, die vor allem in den USA arbeiten.

Währung 1 Quetzal (Q) = 100 Centavos Kurs (Mitte 2010): 1 Q = 0,10 €
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2007: 33,7 Mrd. US$
BSP/ Kopf (2008): 2860 US$
Anteile am BIP: Landwirtschaft 11 %, Industrie 24 %, Dienstleistungen 65 %
Anteil der Arbeitnehmer: Landwirtschaft 37%, Industrie 22%, Dienstleistungen 41%