Probleme in Guatemala

Egoismus der Macht
Das nach 36 Jahren Bürgerkrieg 1996 verabschiedete Friedensabkommen wartet immer noch auf vollständige Umsetzung. Nach wie vor werden die Nachfahren der Maya stark benachteiligt, während das Militär, die politische Führung und die wirtschaftliche Elite Geld und Macht auf sich vereinen.

Gewalt und Selbstjustiz
Das Vertrauen in Polizei und Justiz ist gering. Nur wenige Gewaltverbrechen werden aufgeklärt, Banken und Geschäftsleute vertrauen auf schwerbewaffnete private Sicherheitsfirmen. Immer wieder greifen Menschen zur Selbstjustiz, die Gewaltspirale dreht sich immer schneller.

Bildungsmangel und Unterversorgung
Das Erziehungssystem auf dem Land ist stark unterentwickelt, viel zu viele Kinder haben nach wie vor keine Möglichkeit zur Schule zu gehen. Es gibt offiziell eine neunjährige Schulpflicht, doch für deren Umsetzung schafft der Staat nicht die nötigen Voraussetzungen.

Völker, Sprachen und Kulturen
Die Nachfahren der Maya sind hin- und hergerissen zwischen ihren Traditionen und den Anforderungen des modernen Guatemalas. Sie müssen die Möglichkeit erhalten, ihre eigene Kultur und Sprache zu bewahren bei gleichzeitiger Integration in die guatemaltekische Gesellschaft. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und -schichten müssen den Weg zu gegenseitigem Respekt und zur Teilhabe aller finden.

Monoökonomie und Abhängigkeit
Die Wirtschaft des Landes ist schwach und abhängig von ausländischen Investitions- und Aufbauprogrammen. Die Tourismusbranche droht unter der zunehmenden Gewalt im Land wieder einzubrechen. Guatemala muss also dringend neue Wirtschaftszweige erschließen, um den Anschluss an die weiter entwickelten Länder des Nordens herzustellen. Gerade die Entwicklung im ländlichen Raum muss gefördert werden, um Landflucht zu verhindern. Guatemala braucht mehr Eigenständigkeit und Eigeninitiative. Nur so kann sich die breite Masse der Bevölkerung aus ihrer Abhängigkeit befreien und selbst die Lebensbedingungen verbessern.

Eine Lösung
Für alle diese Probleme gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Bildung. Nur gebildete, mündige Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten sind in der Lage, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Im politischen Bereich genauso wie im wirtschaftlichen oder kulturellen. Dafür setzt sich der FZA ein.