Einweihung in Cipresales

Es ist geschafft: Nach gut einem Jahr Bauzeit sind die neuen Klassenräume in Cipresales eingeweiht worden. Acht neue Räume stehen den knapp 500 Schülern jetzt zur Verfügung. Damit muss kein Unterricht mehr in Abstellräumen oder der Küche stattfinden. 41.000 Euro an Spenden aus Telgte und Umgebung flossen in das Projekt. Weitere Beiträge kamen von der Dorfgemeinschaft und der Stadt Sololá. Mit einem großen Fest hat das Dorf das Ende der Bauarbeiten gefeiert. Mit den Menschen in Cipresales freut sich der FZA über die Fertigstellung des zweistöckigen Baus. Ein großer Dank gilt unserem Architekten und Partner Luis Alberto Palacios.

Was wir tun

Bildung – Der Schlüssel für eine bessere Zukunft

Bildung ist der Schlüssel für berufliche Perspektiven und politische Mitsprache, kurz für eine selbstbestimmte Zukunft. Das gilt in Guatemala genauso wie in Deutschland. Nur mit Bildung können insbesondere die Nachfahren der Maya den Teufelskreis der Armut durchbrechen. Unter dem 36 Jahren dauernden Bürgerkrieg haben sie besonders gelitten. Die Armee ermordete viele von ihnen und zerstörte zahlreiche Dörfer.

Auch heute, nach dem Friedensabkommen von 1996, sind die Auswirkungen der langen Kriegsjahre weder politisch noch sozial überwunden. Bei den Mitgliedern der indigenen Bevölkerung ist die Analphabetenquote besonders hoch. Sie tun sich häufig schwer, beruflich Fuß zu fassen oder ihre eigene Meinung zu artikulieren. Von einer wirklichen demokratischen Mitbestimmung der indigenen Bevölkerung ist Guatemala noch weit entfernt.

Möglichst viel Schule für möglichst viele Kinder

Ziel des Freundeskreises Zentralamerika ist es, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen in der Region Sololá im Westen Guatemalas die Chance auf eine möglichst gute Schul- und Berufsausbildung zu eröffnen. Unsere Projekte kommen insbesondere der Landbevölkerung zugute, da hier die Bildungssituation besonders prekär ist. Deshalb fördern wir vor allem den Bau von Vor-, Grund- und Mittelschulen in den Dörfern der Region. Der Staat kommt dieser Verpflichtung nicht ausreichend nach, stellt aber Lehrer, wenn angemessene Räume vorhanden sind. Und unsere Erfahrung zeigt: Gibt es ein solides Schulgebäude, dann steigt die Akzeptanz von Bildung und immer mehr Kinder gehen immer mehr Jahre zu Schule. Nahezu alle Kinder in Guatemala besuchen inzwischen die sechsjährige Grundschule, viele auch die anschließende dreijährige Mittelschule. Übrigens: Beide Schulformen nutzen häufig gemeinsam ein Gebäude, die Grundschüler kommen morgens, die Mittelschüler am Nachmittag.

Die Maya-Wurzeln pflegen

In der Schule lernen die Kinder nicht nur rechnen und schreiben, sondern auch die Landessprache Spanisch. Gleichzeitig hat auch ihre Muttersprache, eine von 22 Maya-Sprachen, ihren Platz. Die Kinder sind stolz auf die Kultur ihrer Volksgruppe.  Mit Stolz tragen sie ihre farbenfrohen Trachten, pflegen ihre Bräuche und kommunizieren in ihrer Sprache. Seit einigen Jahren werden die Kinder von der ersten Klasse an bilingual unterrichtet. Das ist nicht nur möglich, weil der guatemaltekische Staat das inzwischen selbst als Ziel formuliert hat, sondern auch weil es heute genug Einheimische gibt, die den Lehrerberuf ergreifen.

Berufliche Perspektiven eröffnen

Der Freundeskreis Zentralamerika unterstützt auch immer wieder den Bau weiterführender Schulen, an denen indigene Jugendliche nicht nur die Studienberechtigung erwerben, sondern auch eine Berufsausbildung durchlaufen können. So erlernen sie zum Beispiel ein Handwerk, werden Buchhalter oder Grundschullehrer.

Unser Ziel ist es, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen sowie auch ihrer Eltern zu stärken. Damit das gelingt, fordern wir nicht nur die Eigeninitiative der Dörfer beim Bau von Schulen, sondern unterstützen sie auch, wenn sie andere Projekte zur Stärkung der lokalen Identität anstoßen. So sind wir zum Beispiel Partner eines Jugendzentrums, in dem Jugendliche sich treffen, Hobbys pflegen und sich weiterbilden können. So lernen sie, sich zu organisieren und ihre Zukunft und die ihres Ortes selbst in die Hand zu nehmen.

Bildung hat viele Gesichter, ihre Vielfalt zeigt sich unter anderem in unseren Projekten, die stets individuelle auf die Bedürfnisse eines Ortes bzw. einer Region zugeschnitten sind. Projekte seit 1992

Wie wir arbeiten

Alle an einem Strang
Wir wollen, dass unsere Projekte nachhaltig wirksam sind. Sie müssen auch ohne unsere dauerhafte Unterstützung funktionieren. Deshalb beachten wir bei unserer Arbeit einige Grundsätze.

Wir drängen uns nicht auf
Die Initiative zu einem Schulbau oder auch zu anderen Projekten kommt nicht von uns. Erst wenn eine guatemaltekische Dorfgemeinschaft mit einem Projektvorschlag an uns herantritt, werden wir aktiv. Dies fördert die Akzeptanz der neuen Schule oder auch des Jugendzentrums im Dorf. Erster Ansprechpartner vor Ort in Guatemala ist unser Architekt Luis Alberto Palacios.

Wir prüfen sorgfältig
Wenn der erste Schritt getan ist, überprüfen wir sorgfältig, ob das Projekt geeignet ist. Wir stellen die Frage nach der Notwendigkeit, informieren uns darüber, in welchem Zustand zum Beispiel das bisherige Schulgebäude ist und wie viele Kinder von einer neuen Schule profitieren. Eine sehr wichtige Rolle spielt auch die Motivation der Dorfgemeinschaft. Ist sie engagiert genug, ausdauernd beim Schulbau mitzuhelfen? Kann das Dorf evtl. den Bauplatz und Baumaterial stellen? Und natürlich stellen wir auch die Kosten auf den Prüfstand und diskutieren mit unserem Architekten Luis Alberto Palacios, welche Alternativen es gibt und welche Bauabschnitte gebildet werden können.

Wir arbeiten partnerschaftlich
Ein Schulgebäude wird nur dann von der Dorfgemeinschaft angenommen, wenn es ihr eigenes Gebäude ist. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern an ihrer Schule. Unser Architekt Luis Alberto Palacios ist erster Ansprechpartner und Vertrauensperson auf der Baustelle. Er koordiniert die Mitarbeit der Dorfbewohner und berücksichtigt bei Planung und Bau ihre Wünsche.

Wir kontrollieren regelmäßig
Unser Ziel ist es, die Spenden, die uns anvertraut wurden, möglichst effektiv einzusetzen. Es ist selbstverständlich, dass wir die Verwendung der Gelder regelmäßig kontrollieren. Das funktioniert zum einen auf dem schriftlichen Wege, zum anderen aber auch durch unsere regelmäßigen Besuche in Guatemala.

Wir halten den Kontakt
Mit der Fertigstellung eines Schulgebäudes ist die Arbeit für den FZA noch nicht vorbei. Auf unseren Reisen besuchen wir die bisherigen Projekte. Wir bieten unsere Hilfe an, wenn es Probleme gibt, und wir schauen, ob die Schulen ihren Zweck erfüllen.

Projektkarte

Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

Übersicht über unsere Projekte

Nr. Jahr Ort Projektart Investition Partner
1 1993 Obras Sociales Gynäkologiestation 7.500 €
2 1993 Guatemala Medikamente, Hilfsmittel 1.000 €
3 1994 Sepacay Wasserversorgung mit Tank, Pilla (große Waschbecken), Pumpe, Toiletten, Rohren 4.250 € Land NRW
4 1995 Salaute Wasserversorgung mit Tank, Pilla (große Waschbecken), Pumpe, Toiletten, Rohren 15.000 € Land NRW
5 1995 Seconon Wasserversorgung mit Tank, Pilla (große Waschbecken), Pumpe, Toiletten, Rohren 15.500 € Land NRW
6 1996 Sololá Weiterführendes Maya-Colegio mit 7 Klassen, Verwaltungstrakt, 1 Versammlungsraum, Toiletten, 3 Arbeitsräume (1. Rate) 7.500 €
7 1997 Sololá Weiterführendes Maya-Colegio mit 7 Klassen, Verwaltungstrakt, 1 Versammlungsraum, Toiletten, 3 Arbeitsräume (2. Rate) 7.500 €
8 1997 Sololá Beteiligung Kauf Pickup sowie weitere Projekte 6.500 €
9 1998 El Progresso Neubau Grundschule, 4 Klassen, Lehrerzimmer, Toiletten, Schulküche 1.500 €
10 1998 El Altiplano Neubau weiterführende Schule 7.500 €
11 1999 Guatemala Notopfer Mitch, Jugend Dritte Welt, Unterstützung Bau Grundschule der Salisianer, Nicaragua 2.500 €
12 1999 San Jorge Schulpatenschaften 1999 für 21 Schulkinder 1.200 €
13 1999 Sololá Notopfer Mitch, erste Hilfe für 17 Familien für Kauf von Mais zur Neuanpflanzung 2.500 €
14 1999 Chaquijya Schulküche, Toiletten, öffentliche Waschstelle 2.500 € Esperanza, Stadt Sololá, Initiative Kronberg
15 1999 El Altiplano, Nahuala Neubau einer weiterführenden Schule mit 6 Klassen, 2 Verwaltungsräumen, 2 Lehrerzimmern, 4 Toiletten, 1 Computerraum, 1 Bibliothek sowie Ausstellungsräume 7.500 € Europäische Union, Esperanza, Oyak, Stadt Nahuala
16 1999 Sololá, Vista Hermosa Schulneubau mit 4 Klassen, Lehrerzimmer, Toiletten 7.500 € OYAK, Stadt Sololá
17 1999 San Jorge Schulküche, zusätzliche Aula 3.500 €
18 2000 Pena Blanca Schulneubau mit 4 Klassen 18.000 €
19 2001 El Progresso Schulneubau mit 4 Klassen, Schulküche und Lehrerzimmer 23.000 €
20 2001 La Fe Schulausbau, 6 weitere Klassenräume 11.000 € Esperanza, Stadt Solola
21 2002 Chaquiyja Neubau einer weiterführenden, handwerklichen Schule mit 4 Klassen, Umbau von 2 Klassen für handwerkliche Arbeiten, Ausstattung der Werkräume 23.000 € Stadt Solola
22 2003 Chuarixche Schulerweiterung 5.000 € Esperanza
23 2004 Pena Blanca Schulerweiterung, 2 Klassenräume 26.000 € Esperanza
24 2005 El Tablon Central Schulneubau 17.000 €
25 2005 Guatemala Unterstützung Wiederaufbau Stan 3.000 €
26 2006 Vasconcelos Schulneubau 42.000 €
27 2007 Las Trampas Schulneubau 25.000 €
28 2008 Santa Maria El Tablon Neubau Jugendzentrum (1. Rate) 20.000 €
29 2009 Santa Maria El Tablon Neubau Jugendzentrum (2. Rate) 10.000 €
30 2009 Cipresales Schulneubau (1. Rate) 29.000 €
31 2010 Cipresales Schulneubau (2. Rate) 12.000 €
32 2011 Los Encuentros Schulneubau (1. Rate) 30.000 €
33 2011 Los Encuentros Schulneubau (2. Rate) 5.000 €
34 2012 La Fe Schulneubau (1. Rate) 10.000 €
35 2012 La Fe Schulneubau (2. Rate) 6.000 €
 36 2013 San Pedro La Laguna Schulneubau (1. Abschnitt)  25.000 €
 37 2015  San Pedro La Laguna Schulneubau (2. Abschnitt) 35.000 €
38 2016 Sololá Beteiligung Kauf Pickup 3.333 €
 39  2016  El Adelanto Grundschulerweiterung (3 Klassenräume) 46.182 € Stiftung Fly & Help
40 2016 El Adelanto Grundschulerweiterung (2 Klassenräume, Toiletten, Permakulturgarten, Spielplatz und Küche) 29.500 €
Summe 554.965 €