¿A dónde vas, Guatemala? – Delegation des FZA als Gast beim Vortrag des guatemaltekischen Botschafters in Recklinghausen

Am Freitag, den 26.05.2017, hielt der guatemaltekische Botschafter José Francisco Cali Tzay auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe und dem Eine-Welt-Kreis St. Antonius einen Vortrag über die aktuellen politischen Entwicklungen in seinem Heimatland.

2015 war für Guatemala eine Zäsur. Zum ersten Mal seit dem Ende des Bürgerkriegs 1996 begehrte die Zivilgesellschaft auf und erreichte, dass sowohl der ehemalige Präsident wie auch die ehemalige Vizepräsidentin heute im Gefängnis sitzen. Dies sei ein Zeichen der Hoffnung, betonte der Botschafter, der zuletzt Vorsitzender des Ausschusses für die Beseitigung der Rassendiskriminierung der Vereinten Nationen war. Trotzdem gäbe es immer noch eine weit um sich greifende Korruption und einen strukturellen Rassismus. Cali Tzay gehört selbst der indigenen Bevölkerung an. Er ist ein Kaqchikel, dem Maya-Volk, das auch in der Region Sololá verwurzelt ist. Mittlerweile gibt es zwar insgesamt vier indigene Botschafter und einige Politiker wie die Bundesstaatsanwältin oder die Gesundheitsministerin würden ernsthaft für einer Verbesserung der politischen Situation kämpfen. Noch stoßen sie aber auf erheblichen Widerstand der alten politischen Eliten, die zum Teil auch ursprünglich aus Deutschland stammen. Daher sei der Druck der Zivilgesellschaft, aber auch der internationalen Gemeinschaft besonders wichtig. Frank Schwabe, der Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion ist, betont, dass gerade jetzt ein Transformationsprozess des zivilen Aufstands in politische Bewegungen notwendig sei, um den Wandel zu stabilisieren.

Besuch des guatemaltekischen Botschafters

Bei dem Vortrag und der anschließenden Diskussionsrunde nahm der Botschafter ganz undiplomatisch kein Blatt vor den Mund und sprach auch negative Entwicklungen in Deutschland, wie latent vorhandene Diskriminierung oder die Sicherheit – in seinem Haus wurde bereits nach zwei Wochen eingebrochen – an. Die Veranstaltung war gut besucht. Viele Besucher sind selbst ehrenamtlich tätig. So stellte sich die Frage, wo die Entwicklungsarbeit im Angesicht der aktuellen politischen Situation am wirkungsvollsten sei. Der Botschafter betonte, den Druck auf die aktuelle Regierung, auch durch Postkarten, aufrecht zu halten. Frank Schwabe wurde konkreter: „Das wichtigste ist Bildung, Bildung, Bildung, damit die Menschen selbst in der Lage sind, ihre Situation zu verändern.“

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